12.03.2025 | Lesezeit: ca. 3 Minuten

Wie viele Profis braucht es

Fünf Disziplinen, ein Webprojekt.

Wie viele Profis braucht es

Eine Webseite wirkt von außen wie ein Produkt aus einer Hand. Hinter den Kulissen arbeiten meist mehrere Disziplinen zusammen, auch dann, wenn Du nur eine schlanke Visitenkarten-Seite planst. Du erfährst hier, welche Bereiche das sind, wer typischerweise dahintersteht und wie groß Dein Team werden sollte.

Eine Webseite ist Team-Arbeit

Theoretisch lässt sich heute alles allein bauen. Baukasten-Systeme versprechen, dass Du Konzept, Design, Texte und Technik in einem Nachmittag erledigst. Praktisch zeigt sich das Ergebnis dann auch.

Eine gute Webseite braucht fünf Disziplinen, die jede für sich Berufsbild sind: Konzept, Grafik, Text, Programmierung und Onlinestellung. Wer alle fünf gleichzeitig auf Profi-Niveau beherrscht, ist die Ausnahme. Realistischer ist ein kleines Team, in dem jede Person ihren Schwerpunkt einbringt.

Wie groß dieses Team sein muss, hängt vom Projekt ab. Ein Portfolio mit fünf Unterseiten kommt mit zwei Personen aus. Ein Online-Shop mit Warenkorb, SEO-Fokus und mehrsprachigem Content braucht spürbar mehr.

Konzept

Ohne Plan kein Bau, das gilt für Häuser wie für Webseiten. Das Konzept legt fest, wofür die Seite da ist, wer sie nutzt und wie sie aufgebaut wird. Hier entstehen Sitemap, Nutzerführung und die technischen Anforderungen.

Wer steckt typischerweise dahinter:

  • Projektmanager:in: koordiniert Termine, Gewerke und Budget.
  • UX-Designer:in: plant die Nutzerführung und legt fest, wo welcher Call-to-Action sitzt.

Bei kleinen Projekten übernimmt oft eine Person beides. Wichtig ist, dass die Konzept-Phase tatsächlich stattfindet und nicht beim ersten Klick im Baukasten übersprungen wird.

Grafik

Das Design entscheidet in den ersten Sekunden, ob Besucher:innen weiterlesen. Hier geht es um Farben, Schriften, Bildsprache und das responsive Layout für Smartphones, Tablets und Desktop. Ein durchdachtes Design trägt selbst mittelmäßige Inhalte; schlechtes Design ruiniert auch starke.

Wer steckt typischerweise dahinter:

  • Grafikdesigner:in: erstellt das visuelle Konzept und die Bildwelt.
  • UI-Designer:in: gestaltet Buttons, Formulare und Interaktions-Details.

In kleinen Teams ist das eine Person mit zwei Hüten. Entscheidend ist, dass jemand das visuelle Ergebnis verantwortet, nicht eine Vorlage aus dem Internet.

Text

Texte tragen die Webseite inhaltlich. Sie müssen verständlich klingen und gleichzeitig für Suchmaschinen lesbar sein. Beides gleichzeitig zu treffen ist eigenes Handwerk.

Wer steckt typischerweise dahinter:

  • Copywriter:in: schreibt Texte, die die Zielgruppe abholen.
  • SEO-Expert:in: kümmert sich um Keywords, Meta-Beschreibungen und interne Verlinkung.

Wenn Du Deine Texte selbst schreibst, plane ausreichend Zeit ein. Eine gut formulierte Startseite kostet erfahrungsgemäß einen ganzen Arbeitstag, nicht eine Mittagspause.

Programmierung

Hier wird das Konzept zur funktionierenden Seite. Die Bandbreite reicht von Baukasten-Lösungen über klassische Content-Management-Systeme wie TYPO3 oder WordPress bis zu individuell programmierten Frontends. Auch Sicherheit, Ladezeit und Barrierefreiheit gehören in diesen Bereich.

Wer steckt typischerweise dahinter:

  • Frontend-Entwickler:in: setzt das Design im Browser um, kümmert sich um Layout und Interaktionen.
  • Backend-Entwickler:in: verwaltet Datenbank, Server-Logik und Schnittstellen.

Die Wahl des Systems beeinflusst die Folgekosten stärker als die Erstaufwände. Ein gut gewähltes CMS hält fünf bis sieben Jahre, ohne dass Du jährlich neu bauen musst.

Onlinestellung

Die Seite ist gebaut, doch sie muss auch ans Netz. Domain, Hosting, SSL-Zertifikat, technische SEO-Checks und Backup-Routinen werden in dieser Phase eingerichtet. Ein Fehler beim Launch kostet Sichtbarkeit.

Wer steckt typischerweise dahinter:

  • IT-Admin: richtet Server, E-Mails und Sicherheits-Routinen ein.
  • SEO-Expert:in: prüft technische Aspekte wie XML-Sitemap, Weiterleitungen und Indexierung.

Hosting-Anbieter bieten oft All-in-One-Pakete an. Die nehmen Dir manche Schritte ab, ersetzen aber keinen sauberen Launch-Plan mit Pre-Live-Check.

Wie viele Leute brauchst Du wirklich

Die ehrliche Antwort lautet: kommt auf das Projekt an. Drei realistische Größenstufen aus der Praxis:

  1. Stufe 1: Solo-Portfolio oder kleiner Blog. Ein bis zwei Personen, eine Allrounder-Rolle für Konzept, Grafik und Text plus eine Freelancer-Programmierung. Budget-Range 3.000 bis 8.000 Euro.
  2. Stufe 2: Mittelgroßes Projekt mit Online-Shop oder mehreren Sprachen. Drei bis fünf Personen, Projektmanagement, Design, Text, Entwicklung und SEO als getrennte Rollen. Budget-Range 10.000 bis 25.000 Euro.
  3. Stufe 3: Corporate-Webseite mit komplexer Struktur. Sechs Personen aufwärts, oft kombiniert aus internem Team und externer Agentur. Budget-Range ab 30.000 Euro.

Die Zahlen sind grobe Richtwerte, keine Festpreise. Region, Branche und Eigenleistung verschieben jede Stufe in beide Richtungen.

Fazit

Du musst nicht alle fünf Disziplinen selbst beherrschen. Du musst nur erkennen, welche davon Dein Projekt braucht und entscheiden, wer sie übernimmt. Ein gutes Briefing an die Agentur ist dafür der direkteste Weg.