05.06.2026 | Lesezeit: ca. 4 Minuten

Pflichtangaben im Online-Shop — AGB und Widerruf

Was ein Shop zwingend zeigen muss

Ein Dokument mit Paragraf-Symbol neben Warenkorb und Rückgabepfeil

Sobald an Deiner Webseite ein Kaufen-Knopf hängt, wird aus einer Infoseite ein Geschäft. Und ein Geschäft trägt Pflichten, die eine reine Visitenkarten-Seite nie auslöst. Der Käufer kann die Ware vorher nicht anfassen, deshalb gibt ihm das Gesetz Rechte und Dir Informationspflichten.

Genau an diesen Pflichtangaben hängen die meisten Abmahnungen im Online-Handel. Es sind zum Glück überschaubare Bausteine, und wer sie kennt, baut sie von Anfang an sauber ein. Programmieren musst Du dafür nichts, Du brauchst nur das Wissen, was hineingehört.

Dieser Beitrag gibt Dir Orientierung, keine Rechtsberatung. Die Details ändern sich, und für Deinen konkreten Fall fragst Du am besten eine Anwältin, einen Anwalt oder Deine IHK. Was hier folgt, ist die Landkarte, mit der Du das Gespräch vorbereitest.

Warum ein Shop mehr Pflichtangaben braucht

Ein Kontaktformular sammelt eine Nachricht. Ein Shop schließt einen Vertrag, und ab diesem Moment gelten die Regeln des Fernabsatzes. Der Gesetzgeber gleicht damit aus, dass der Kunde im Netz blind kauft, ohne Laden, ohne Beratung, ohne die Ware in der Hand.

Daraus folgen drei Pflichtbereiche, die zusammengehören: klare Geschäftsbedingungen, ein verständliches Widerrufsrecht und vollständige Preisangaben. Dazu kommen die Seiten, die jede geschäftliche Webseite ohnehin braucht. Wie Du Impressum und Datenschutzerklärung grundsätzlich aufsetzt, klärt ein eigener Beitrag.

Diese Angaben sind kein lästiges Beiwerk. Sie schaffen das Vertrauen, ohne das im Online-Handel niemand auf Bezahlen klickt. Ein Shop, der seine Regeln offen zeigt, wirkt seriöser als einer, der sie versteckt.

AGB verständlich halten

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen regeln, wie ein Kauf in Deinem Shop abläuft: wann der Vertrag zustande kommt, wie geliefert wird, was bei Mängeln gilt. Sie sind Dein schriftliches Regelwerk und sollten von jeder Seite aus erreichbar sein.

Pflicht im engen Sinn sind AGB nicht immer, aber im Shop sind sie sehr zu empfehlen. Ohne eigene Regelung greift allein das Gesetz, und das ist oft käuferfreundlicher, als Dir lieb ist. Mit klaren AGB legst Du Abläufe fest, bevor es zu einer Streitfrage kommt.

Wichtig ist, dass Deine AGB zum Shop passen. Eine kopierte Vorlage aus einem fremden Geschäft enthält Klauseln, die Dich nichts angehen, und übersieht, was bei Dir wirklich zählt. Achte auf diese Punkte:

  • Eigener Ablauf: Bestellweg, Zahlung, Lieferung und Rückgabe so beschreiben, wie sie bei Dir tatsächlich laufen.
  • Verständliche Sprache: kurze Sätze statt Juristendeutsch, damit der Kunde die Regeln auch liest.
  • Geprüfte Quelle: eine seriöse Vorlage als Start, danach ein fachkundiger Blick auf Deinen Fall.

Widerrufsrecht und Widerrufsbelehrung

Das Widerrufsrecht ist der wohl bekannteste Punkt im Online-Handel. Privatkunden dürfen eine Bestellung in der Regel innerhalb einer gesetzlichen Frist zurückgeben, ohne einen Grund zu nennen. Diese Frist beginnt meist erst, wenn die Ware angekommen ist.

Über dieses Recht musst Du den Kunden klar und auffindbar informieren, und zwar bevor er kauft. Dafür gibt es die Widerrufsbelehrung: einen festen Text, der erklärt, wie lange die Frist läuft, wie der Kunde widerruft und wer die Rücksendung trägt. Belehrst Du falsch oder gar nicht, verlängert sich die Frist erheblich, und das wird teuer.

Für bestimmte Waren gilt das Widerrufsrecht nicht oder nur eingeschränkt, etwa bei schnell verderblichen Produkten oder bei Sonderanfertigungen nach Kundenwunsch. Behandle solche Ausnahmen vorsichtig und kläre sie für Dein Sortiment ab, statt sie aus einer fremden Belehrung zu übernehmen.

Der Text der Belehrung folgt einem gesetzlich vorgegebenen Muster. Genau deshalb formulierst Du ihn besser nicht frei um. Verwende eine geprüfte Fassung und passe nur die Stellen an, die für Deinen Shop vorgesehen sind.

Preise, Versandkosten und Lieferzeiten korrekt angeben

Bei Preisen ist das Gesetz besonders streng, weil der Kunde sofort sehen soll, was er am Ende zahlt. Versteckte Aufschläge, die erst an der Kasse auftauchen, sind der häufigste vermeidbare Fehler und ein klassischer Abmahngrund.

Die Grundregel lautet: Der Preis, den Du nennst, ist der Gesamtpreis inklusive Steuer. Zusätzlich muss klar sein, ob und welche Versandkosten dazukommen, am besten schon auf der Produktseite. Diese Angaben gehören sichtbar dorthin, wo der Kunde die Kaufentscheidung trifft, nicht ins Kleingedruckte. Auf der Produktseite selbst gilt dasselbe Prinzip wie bei den übrigen Shop-Bausteinen: ehrlich und vollständig informieren.

Diese Pflichtangaben gehören an jeden Artikel:

  • Gesamtpreis: der Endpreis inklusive Mehrwertsteuer, ohne dass der Kunde rechnen muss.
  • Versandkosten: klar benannt, oder ein deutlicher Hinweis, wo und wie sie sich berechnen.
  • Lieferzeit: eine ehrliche Angabe, wann der Kunde mit der Ware rechnen kann.
  • Grundpreis: bei vielen Waren zusätzlich der Preis je Menge, etwa pro Kilo oder pro Liter.

Den Bestellweg selbst stellst Du wie ein sorgfältig gebautes Formular auf, das den Kunden ohne Stolperstellen zur Kasse führt. Direkt vor dem Klick auf Kaufen müssen die wesentlichen Angaben noch einmal zusammengefasst erscheinen, damit der Kunde weiß, worauf er sich einlässt.

Fazit

AGB, Widerrufsbelehrung und korrekte Preisangaben sind die drei Säulen, die einen Shop rechtlich tragen. Wer sie von Anfang an einbaut, spart sich teure Abmahnungen und wirkt auf Kunden verlässlich.

Nimm diesen Überblick als Vorbereitung, nicht als letztes Wort. Hol Dir für die konkreten Texte einmal fachkundigen Rat von einer Kanzlei oder Deiner IHK, dann steht die Grundlage. Danach kümmerst Du Dich wieder um das, was Deinen Shop wirklich ausmacht: gute Produkte, die Menschen gern kaufen.