05.06.2026 | Lesezeit: ca. 4 Minuten

Ankertexte optimieren — der Linktext zählt

Der Linktext sagt mehr, als Du denkst

Mehrere Dokumente durch leuchtende Kettenglieder verbunden, ein beschreibender Linkknoten hebt sich hervor

Du hast die interne Verlinkung auf Deiner Webseite im Griff, die wichtigen Seiten sind miteinander verbunden. Trotzdem klicken die Leute seltener, als Du erwartest, und Google ordnet die verlinkten Seiten nur lauwarm ein. Oft liegt die Ursache in einem winzigen Detail, das beim Setzen kaum auffällt. Du hast viele Links, aber wenige davon sagen, wohin sie führen.

Gemeint ist der Ankertext, also der anklickbare Text eines Links. Er ist die kleinste Stellschraube der internen Verlinkung und gleichzeitig eine der wirkungsvollsten. Wer ihn bewusst formuliert, hilft Lesern und Suchmaschinen mit demselben Handgriff.

Was ein Ankertext ist und warum er zählt

Der Ankertext ist das Wort oder die Wortgruppe, die im Fließtext farblich hervorgehoben und anklickbar ist. Er verspricht dem Leser, was hinter dem Klick wartet, lange bevor die Zielseite überhaupt geladen hat.

Suchmaschinen lesen diesen Text als Hinweis auf das Thema der verlinkten Seite. Verlinkst Du eine Seite über Backups konsequent mit Wörtern, die das Thema benennen, stärkst Du das Verständnis von Google für genau diese Seite. Der Linktext wirkt damit wie eine kurze inhaltliche Empfehlung, die Du selbst vergibst. Auf der eigenen Webseite hast Du diese Empfehlungen komplett in der Hand, anders als bei fremden Verweisen, deren Wortlaut Dir niemand abnimmt.

Auch Menschen mit Screenreader profitieren. Viele lassen sich nur die Links einer Seite vorlesen, herausgelöst aus dem Satz. Ein Ankertext, der für sich allein verständlich bleibt, macht diese Liste brauchbar, ein nichtssagender macht sie wertlos. Damit ist ein guter Linktext zugleich ein Stück Barrierefreiheit, das Dich keine zusätzliche Arbeit kostet.

Was einen guten Ankertext ausmacht

Ein guter Ankertext beschreibt das Ziel, nicht den Vorgang des Klickens. Er nennt das Thema oder die konkrete Information, die den Leser auf der nächsten Seite erwartet. Aus dem Text allein sollte erkennbar sein, wohin er führt, auch wenn man den umgebenden Satz weglässt. Ein guter Test ist die Frage, ob Du den Link verstehen würdest, wenn er als einzige Zeile auf einem leeren Blatt stünde.

Dazu gehört Ehrlichkeit. Der Link muss halten, was sein Text andeutet. Verspricht der Ankertext eine Anleitung und landet der Leser auf einer Verkaufsseite, ist das Vertrauen schneller weg als der Klick gekostet hat.

Drei Eigenschaften tragen einen brauchbaren Linktext:

  • Beschreibend: Er benennt das Ziel, etwa „sichere Passwörter wählen" statt eines blassen „mehr dazu".
  • Ehrlich: Er kündigt nur an, was die Zielseite wirklich liefert.
  • Abwechslungsreich: Verweist Du mehrfach auf dieselbe Seite, variierst Du den Wortlaut, statt stur dieselbe Formel zu wiederholen.

Die Länge darf ruhig zwei bis fünf Wörter betragen. So viel Raum brauchst Du meist, um das Ziel klar zu benennen, ohne den Satz zu überfrachten. Ein einzelnes Wort ist oft zu knapp, um etwas auszusagen, ein kompletter Nebensatz dagegen zu sperrig zum Lesen.

Typische Fehler beim Linktext

Der häufigste Fehler ist das nackte „Hier klicken" oder „mehr erfahren". Diese Wörter beschreiben nichts, und in der vorgelesenen Linkliste eines Screenreaders stehen am Ende fünf identische „Hier" ohne jeden Hinweis auf ihr Ziel. Such Dir lieber das beschreibende Wort aus dem Satz und mach genau das zum Link.

Ein zweiter Stolperstein sind identische Ankertexte, die auf verschiedene Seiten führen. Wenn dreimal „unsere Leistungen" geschrieben steht, aber jeweils woanders hinführt, verwirrst Du Leser und Suchmaschine gleichermaßen. Gleicher Text sollte möglichst gleiches Ziel bedeuten. Google leitet aus dem Linktext ab, wofür eine Seite steht, und widersprüchliche Anker verwässern dieses Signal.

Der dritte Fehler ist das Gegenteil von Beliebigkeit, nämlich das Überladen mit Schlüsselwörtern. Wer jeden internen Link mit „günstiger Webdesigner Berlin Preise" pflastert, wirkt für Google wie jemand, der das System auszutricksen versucht. Natürliche, lesbare Linktexte schlagen jede Keyword-Stapelei.

Genauso heikel ist der zu lange Anker. Ein ganzer Satz als Link liest sich mühsam, und der eigentliche Kern geht im Wortschwall unter. Halte den anklickbaren Teil auf die tragenden Wörter begrenzt.

So gehst Du praktisch vor

Geh Deine wichtigsten Seiten der Reihe nach durch und lies nur die Linktexte, ohne den umgebenden Satz. Verstehst Du allein daraus, wohin jeder Link führt, ist die Arbeit erledigt. Stolperst Du über ein „hier" oder ein vages „weiterlesen", weißt Du, wo Du ansetzt. Fang bei den Seiten an, die Dir am meisten Umsatz bringen, dort lohnt jede Minute am schnellsten.

Frag Dich bei jedem Link, welches Wort im Satz das Ziel am besten beschreibt, und mach dieses Wort zum Anker. Meist steht es schon da und muss nur markiert werden, statt eine künstliche Linkfloskel anzuhängen.

Pflegst Du Deine Seiten selbst nicht im Detail, gibst Du diese Regel an Deine Agentur weiter. Ein Satz wie „Linktexte sollen das Ziel benennen, kein Hier-klicken" genügt, damit das Ergebnis stimmt. Wie Du so einen Auftrag knapp und klar formulierst, zeigt der Beitrag zum Briefing für die Agentur.

Wer tiefer in die Struktur dahinter einsteigen will, findet die Grundlagen im Beitrag zur internen Verlinkung als SEO-Stellschraube. Und weil gute Ankertexte und lesbare Adressen Hand in Hand arbeiten, lohnt der Blick auf sprechende URLs, die schon in der Adresszeile verraten, worum es geht.

Fazit

Der Ankertext ist die billigste Verbesserung, die Du an Deiner internen Verlinkung vornehmen kannst. Du tauschst leere Floskeln gegen Wörter, die das Ziel benennen, und gewinnst damit auf einen Schlag bei Lesern, bei Screenreadern und bei Google.

Nimm Dir eine halbe Stunde, geh Deine Hauptseiten durch und ersetz jedes „hier" durch das Wort, das wirklich sagt, wohin der Klick führt. Diese kleine Disziplin trägt Deinen ganzen Cluster.