28.05.2026 | Lesezeit: ca. 4 Minuten

Keyword-Recherche — die richtigen Suchbegriffe finden

Finde die Worte Deiner Kunden

Lupe über Wort-Sprechblasen und einer Suchleiste

Viele Webseiten sind sorgfältig getextet und trotzdem unsichtbar. Der Grund liegt selten am Aufwand, sondern an den Begriffen: Beschrieben wird das eigene Angebot in der eigenen Sprache, gesucht wird von Kunden mit ganz anderen Worten. Keyword-Recherche schließt diese Lücke.

Du brauchst dafür keine teuren Tools und kein SEO-Studium. Du brauchst die Bereitschaft, einmal genau hinzuhören, welche Begriffe Deine Zielgruppe wirklich tippt. Den Rest erledigen kostenlose Quellen, die Du ohnehin schon jeden Tag benutzt.

Warum jede SEO-Arbeit mit Worten beginnt

Bevor Du eine einzige Seite optimierst, musst Du wissen, für welche Suchanfragen sie überhaupt gefunden werden soll. Ohne diese Festlegung schreibst Du ins Blaue und hoffst, dass Google die richtigen Besucher schickt.

Keyword-Recherche dreht die Reihenfolge um. Du startest bei der Frage, die Dein Kunde in den Suchschlitz tippt, und baust Deinen Inhalt um genau diese Frage herum. Was SEO im Ganzen leistet, beschreibt der Beitrag Was Optimierung für Suchmaschinen bedeutet. Die Begriffsfindung ist der erste praktische Schritt darin.

Der Gewinn ist konkret: Du investierst Deine Schreibzeit in Themen mit echter Nachfrage, statt in Seiten, nach denen niemand sucht.

Deine Sprache ist nicht die Sprache Deiner Kunden

Der häufigste Fehler steckt im eigenen Fachjargon. Eine Tischlerei schreibt von „Korpusmöbeln nach Maß", der Kunde sucht nach „Schrank selber planen lassen". Beide meinen dasselbe, doch nur einer der Begriffe bringt Besucher.

Geh die Suche deshalb aus der Perspektive Deiner Kunden an. Drei Quellen helfen Dir, deren Wortwahl zu treffen:

  • Echte Anfragen: Welche Formulierungen nutzen Kunden in E-Mails, am Telefon oder im Kontaktformular? Diese Worte sind Gold, weil sie ungefiltert sind.
  • Fragen statt Begriffe: Viele Menschen suchen in ganzen Fragen, etwa „wie lange dauert eine Webseite" statt nur „Webseite". Notiere die Fragen, die Dir Kunden immer wieder stellen.
  • Synonyme und Varianten: Sammle zu jedem Kernbegriff Alternativen. Wie verwandte Begriffe Deine Themen zusätzlich stärken, erfährst Du im Beitrag über semantische Keywords und Themenrelevanz. „Anwalt", „Rechtsanwalt", „Kanzlei" bedienen dieselbe Absicht, ziehen aber unterschiedliche Suchende an.

Schreib alles ungeordnet auf. In dieser Rohliste steckt bereits der halbe Plan für Deine Seitenstruktur.

Kostenlose Quellen, die Du sofort nutzen kannst

Du musst nichts kaufen, um an gute Begriffe zu kommen. Die nützlichsten Vorschläge liefert Google selbst, direkt im Suchfeld und auf der Ergebnisseite.

  • Autovervollständigung: Tippst Du den Anfang einer Suche ein, schlägt Google reale, häufig gesuchte Fortsetzungen vor. Das ist ein direkter Blick in die Köpfe Deiner Zielgruppe.
  • „Ähnliche Fragen": Auf der Ergebnisseite klappt ein Block mit weiterführenden Fragen auf. Jede davon ist ein potenzielles Unterthema für Deine Seite.
  • Verwandte Suchanfragen: Ganz unten auf der Ergebnisseite listet Google ähnliche Begriffe. Sie zeigen, in welche Richtung sich die Nachfrage verzweigt.
  • Google Search Console: Hast Du Deine Webseite dort angemeldet, siehst Du schwarz auf weiß, mit welchen Begriffen Besucher bereits zu Dir gelangen, oft mit überraschenden Treffern.

Drehe ein paar Runden durch diese Quellen, und Deine Rohliste füllt sich mit Begriffen, die nachweislich gesucht werden.

Long-Tail statt kurzer Allerwelts-Begriffe

Kurze Begriffe wie „Webdesign" oder „Steuerberater" wirken verlockend, weil sie oft gesucht werden. Genau deshalb kämpfen dort große Anbieter mit hohem Budget um die ersten Plätze. Für eine kleine Webseite ist diese Bühne meist zu groß.

Die bessere Wahl sind längere, konkrete Suchphrasen, im SEO-Jargon Long-Tail genannt. Wie Du solche Long-Tail-Keywords findest, zeige ich Dir Schritt für Schritt im eigenen Beitrag dazu. „Webdesign für Physiotherapie in Berlin" hat weniger Suchen pro Monat, aber deutlich weniger Konkurrenz und eine viel klarere Absicht dahinter.

Solche Besucher wissen genau, was sie wollen. Sie klicken mit konkretem Bedarf und werden dadurch häufiger zu Anfragen. Lieber zehn Besucher mit echtem Interesse als hundert, die sofort wieder abspringen.

Die richtigen Begriffe auswählen und einsetzen

Aus Deiner Rohliste wird jetzt ein Plan. Bewerte jeden Begriff nach drei einfachen Fragen: Passt er wirklich zu meinem Angebot? Habe ich eine realistische Chance, dafür zu ranken? Bringt der Besucher Umsatz oder nur Klicks?

Ordne dann je einen Hauptbegriff genau einer Seite zu. Zwei Seiten, die um denselben Begriff konkurrieren, schwächen sich gegenseitig. Wie Suchmaschinen entscheiden, welche Seite passt, beschreibt der Beitrag Wie bewerten moderne Suchmaschinen Inhalte.

Setz den gewählten Begriff dann dort ein, wo er zählt: in der Überschrift, im ersten Absatz und in der Beschreibung der Seite. Mehr dazu im Beitrag Title und Meta-Description schreiben. Wichtig bleibt: Du schreibst für Menschen. Stapele Begriffe nie künstlich, sondern lass sie natürlich im Text auftauchen.

Dein Beitrag zur besseren Keyword-Recherche

Du musst die Recherche nicht allein stemmen. Aber Deine Mitarbeit macht das Ergebnis besser, weil Du Deine Kunden kennst wie niemand sonst.

Bring zum Gespräch eine Liste der Fragen mit, die Kunden Dir immer wieder stellen, dazu Deine wichtigsten Leistungen in Kundensprache und die Orte oder Regionen, in denen Du arbeitest. Das ist das Rohmaterial, aus dem eine gute Recherche entsteht.

Frag Deine Agentur außerdem, für welche Begriffe sie Deine wichtigsten Seiten ausrichtet und warum gerade für diese. Eine gute Antwort nennt Dir die Suchabsicht dahinter, nicht nur ein Suchvolumen.

Fazit

Keyword-Recherche ist aufmerksames Zuhören mit Methode. Wer die Worte seiner Kunden kennt, schreibt Seiten, die gefunden werden, statt im Verborgenen zu bleiben.

Beginne klein: Sammle die echten Fragen Deiner Kunden, prüfe sie gegen die kostenlosen Google-Quellen und ordne jeder Seite einen klaren Begriff zu. Dieser eine geordnete Schritt am Anfang erspart Dir später viel vergebliche Schreibarbeit.

Welche hartnäckigen SEO-Irrtümer Du getrost vergessen kannst, räumt der Beitrag SEO-Mythen auf.