01.06.2026 | Lesezeit: ca. 4 Minuten

Weiterleitungen und tote Links — sauber umziehen

Damit kein Besucher ins Leere läuft

Umleitungs-Pfeil um ein gebrochenes Kettenglied und ein Sperrschild

Ein Link aus einem alten Newsletter landet plötzlich auf einer Fehlerseite. Die Seite gibt es noch, sie ist nur umgezogen. Solche kaputten Verbindungen sammeln sich auf fast jeder Webseite an, oft ohne dass der Betreiber es merkt.

Du musst dafür kein technisches Wissen aufbauen. Es reicht, wenn Du verstehst, wie eine Weiterleitung funktioniert und woran Du tote Links erkennst. Den Rest übernimmt Deine Agentur oder ein kostenloses Werkzeug.

Was ein toter Link überhaupt ist

Ein toter Link führt zu einer Adresse, unter der nichts mehr liegt. Der Server antwortet dann mit der Fehlermeldung 404, dem berühmten „Seite nicht gefunden". Was die Zahl 404 und ihre Verwandten bedeuten, erklärt Dir der Beitrag HTTP-Statuscodes für SEO verständlich. Für den Besucher ist das eine Sackgasse.

Wer auf so einer Seite landet, klickt meist sofort zurück oder verlässt Deine Webseite ganz. Das kostet Vertrauen, denn ein Fehler wirkt nach Nachlässigkeit, auch wenn er harmlos ist. Wer extra über einen Link zu Dir gekommen ist, fühlt sich auf einer Fehlerseite schnell im Stich gelassen.

Auch Google merkt sich solche Sackgassen. Häufen sich 404-Fehler, sinkt das Signal, dass Deine Webseite gepflegt ist. Einzelne tote Links sind kein Drama, viele davon ziehen Deine Sichtbarkeit nach unten.

Wie tote Links entstehen

Meistens passiert das ganz beiläufig im Alltag. Die häufigsten Auslöser:

  • Gelöschte Seite: Du nimmst ein altes Angebot offline, aber irgendwo verweist noch ein Link darauf.
  • Geänderte Adresse: Eine Seite bekommt einen neuen Namen, die alte Adresse bleibt verwaist zurück.
  • Relaunch: Beim Neubau der Webseite ändern sich oft sämtliche Adressen auf einen Schlag.
  • Tippfehler: Ein falsch geschriebener Link in einem Beitrag oder Menü zeigt von Anfang an ins Leere. Welche weiteren Stolpersteine im Alltag dazukommen, sammelt der Beitrag wie Du häufige SEO-Fehler vermeiden kannst für Dich.

Die Verbindung kann von außen kommen, etwa aus einem Newsletter oder einem fremden Blog. Sie kann aber auch mitten in Deiner eigenen Webseite liegen, im Menü oder in einem Beitragstext. Genau die internen Fälle hast Du selbst in der Hand, denn Du entscheidest, welche Adressen Du verwendest.

Was eine Weiterleitung macht

Eine Weiterleitung führt automatisch von der alten zur neuen Adresse. Der Besucher tippt oder klickt die alte Adresse an und landet ohne Umweg dort, wo der Inhalt jetzt wirklich liegt. Er merkt davon im Idealfall nichts.

Wichtig ist die Art der Weiterleitung. Die dauerhafte Variante trägt die Kennung 301 und sagt Google: Diese Adresse ist endgültig umgezogen. Dadurch vererbt die alte Seite ihre aufgebaute Stärke an die neue, statt sie zu verlieren.

Wie diese 301-Weiterleitung technisch eingerichtet wird, ist Sache Deiner Agentur oder Deines Hosters. Für Dich zählt nur das Merkmal: dauerhaft, nicht vorübergehend. Eine vorübergehende Weiterleitung gibt diese Stärke nämlich nicht weiter.

Warum beim Relaunch alle alten Adressen zählen

Ein Relaunch fühlt sich nach Neuanfang an, doch Deine alten Adressen leben weiter. Sie stehen in Suchergebnissen, in Lesezeichen, in fremden Verlinkungen und in alten Mails. All diese Quellen schicken weiter Besucher auf die alten Adressen.

Wird eine alte Adresse nicht weitergeleitet, läuft jeder dieser Besucher in einen 404-Fehler. Gleichzeitig verlierst Du die Sichtbarkeit, die diese Seite bei Google über Monate oder Jahre aufgebaut hat.

Darum gehört zu jedem sauberen Umzug ein vollständiger Plan: jede alte Adresse bekommt ein neues Ziel. Die Startseite ebenso wie jeder Beitrag und jede Unterseite. Sprechende, gut gebaute Adressen erleichtern diese Zuordnung übrigens spürbar.

Wie Du tote Links findest

Du brauchst dafür keine teure Software. Zwei Wege decken den Alltag gut ab:

  1. Google Search Console: Das kostenlose Werkzeug von Google zeigt Dir unter den Indexierungs-Berichten, welche Adressen mit 404 antworten. Es meldet genau die Fehler, die Google selbst sieht.
  2. Kostenlose Link-Checker: Online-Dienste durchsuchen Deine Webseite und listen jeden toten Link auf. Du gibst Deine Adresse ein und bekommst eine Übersicht der Sackgassen.

Ein regelmäßiger Blick reicht völlig. Einmal im Quartal die Liste durchgehen genügt, um den Bestand sauber zu halten. Nach einem Relaunch lohnt sich die Kontrolle in den ersten Wochen häufiger, weil dann die meisten Adress-Änderungen frisch sind.

Den Weiterleitungs-Plan vor dem Relaunch einfordern

Du musst die Technik nicht selbst beherrschen, nur das Richtige verlangen. Vor einem Relaunch ist ein Satz entscheidend: „Ich möchte einen Weiterleitungs-Plan für alle bestehenden Adressen."

Damit stellst Du sicher, dass niemand die alten Adressen vergisst. Eine gute Agentur erstellt dann eine Liste aller alten Adressen und ordnet jeder ein neues Ziel zu, als dauerhafte 301-Weiterleitung.

Frag ruhig konkret nach diesen Punkten:

  • Vollständigkeit: Sind wirklich alle alten Adressen erfasst, nicht nur die wichtigsten?
  • Art: Sind es dauerhafte 301-Weiterleitungen, damit die Sichtbarkeit erhalten bleibt?
  • Kontrolle: Wer prüft nach dem Umzug, ob noch tote Links übrig sind?

Fazit

Tote Links sind selten ein großes Drama, aber sie schaden leise. Sie kosten Vertrauen bei Besuchern und Sichtbarkeit bei Google, und beides lässt sich mit wenig Aufwand vermeiden.

Prüf Deine Webseite ein- bis zweimal im Jahr auf 404-Fehler und bestehe bei jedem Umzug auf einen Weiterleitungs-Plan. So läuft niemand ins Leere, und die Stärke Deiner alten Adressen bleibt dort, wo Du sie brauchst. Wenn die Sichtbarkeit nach einem Umzug einbricht, hilft Dir der Beitrag Ranking-Verlust und was bei Sichtbarkeitseinbruch hilft beim Gegensteuern.