Manche Seiten Deiner Webseite tragen nichts bei. Sie bestehen aus zwei Sätzen, einer leeren Kategorie oder einem Allerwelts-Text, den so jeder schreiben könnte. Im Branchenjargon heißt das Thin Content, also dünner Inhalt ohne echten Wert für den Leser.
Das Tückische daran ist, dass diese Seiten selten auffallen. Sie sehen für Dich vollständig aus, weil das Layout passt und ein paar Wörter dastehen. Für eine Suchmaschine zählt aber nicht das Layout. Entscheidend ist, ob die Seite eine Frage beantwortet. Tut sie das nicht, wird sie zur Last für die ganze Domain.
Was Thin Content überhaupt bedeutet
Thin Content meint nicht einfach kurze Seiten. Eine knappe Antwort auf eine klare Frage kann hervorragend sein. Gemeint sind Seiten, die viel Platz einnehmen und trotzdem keine Substanz liefern.
Typisch ist der aufgeblähte Allerwelts-Text, der zehn Sätze braucht, um nichts zu sagen. Genauso typisch sind Seiten, die ein Stichwort versprechen und dann nur eine leere Hülle zeigen. Der Leser klickt, sucht und springt wieder ab.
Suchmaschinen bewerten heute, ob eine Seite Erfahrung, Tiefe und einen erkennbaren Nutzen mitbringt. Wie dieser Maßstab im Detail funktioniert, beschreibe ich im Beitrag dazu, wie moderne Suchmaschinen Inhalte bewerten. Thin Content fällt bei genau diesem Maßstab durch.
Warum dünne Seiten die ganze Domain bremsen
Eine schwache Seite schadet selten nur sich selbst. Suchmaschinen bilden sich ein Gesamturteil über Deine Webseite, und viele leere Seiten ziehen dieses Urteil nach unten. Deine starken Seiten tragen dann die schwachen mit.
Dazu kommt das Verhalten Deiner Besucher. Wer auf einer dünnen Seite landet und sofort zurück zur Trefferliste springt, sendet ein deutliches Signal. Häuft sich das, lernt die Suchmaschine, dass Deine Adresse nicht hält, was sie verspricht.
Auch der Crawler kostet Dich etwas. Er hat ein begrenztes Zeitbudget für Deine Webseite. Verbringt er es auf hundert leeren Tag-Seiten, bleibt weniger Aufmerksamkeit für die Seiten, die wirklich ranken sollen. Deine guten Inhalte konkurrieren mit Deinem eigenen Ballast.
Wo Thin Content typischerweise herkommt
In den seltensten Fällen entsteht dünner Inhalt mit Absicht. Meistens sind es Nebenprodukte, die ein System automatisch erzeugt oder die über die Jahre liegen geblieben sind. Die häufigsten Quellen lassen sich gut eingrenzen.
- Leere Kategorie-Seiten: Eine Rubrik im Shop oder Blog, die ein einziges oder gar kein Produkt enthält und trotzdem als eigene Seite existiert.
- Automatische Tag-Seiten: Schlagwort-Seiten, die ein Blog für jeden vergebenen Begriff anlegt, oft mit nur einem Beitrag darunter.
- Allerwelts-Texte: Standardabsätze über Qualität, Service und Leidenschaft, die auf jeder zweiten Firmenseite im Netz fast wortgleich stehen.
- Platzhalter-Seiten: Unterseiten, die mal angelegt wurden und nie Inhalt bekommen haben, etwa eine halbleere Karriere- oder Referenzseite.
- Dünne Produktseiten: Artikel, die nur einen Namen, einen Preis und ein Foto zeigen, ohne ein Wort zur Anwendung oder zum Nutzen.
Die ersten beiden Quellen sind technischer Natur und entstehen oft ungefragt. Die letzten drei hast Du selbst in der Hand, weil sie mit Deinen Inhalten zu tun haben.
Woran Du dünne Seiten bei Dir erkennst
Du brauchst kein teures Werkzeug, um die ersten Kandidaten zu finden. Geh Deine Seitenliste durch und frag bei jeder Seite, welche konkrete Frage sie beantwortet. Fällt Dir keine ein, ist das schon ein Befund.
Ein verlässliches Signal liefert die Google Search Console, das kostenlose Werkzeug von Google für Webseitenbetreiber. Seiten, die seit Monaten keine einzige Suchanfrage und keine Klicks bekommen, sind starke Verdächtige. Sie existieren, aber niemand findet über sie zu Dir.
Hilfreich ist auch der ehrliche Blick aus Besuchersicht. Ruf eine Seite auf und lies sie, als wärst Du zum ersten Mal hier. Erfährst Du etwas Konkretes, oder klingt alles nach Worthülse? Dieser Test ist unbequem, aber er trifft fast immer ins Schwarze.
Aufwerten oder zusammenlegen
Hast Du die dünnen Seiten gefunden, gibt es im Kern drei Wege. Welcher passt, hängt davon ab, ob die Seite ein wichtiges Thema trägt oder nur Ballast ist.
Wenn das Thema wichtig ist, wertest Du die Seite auf. Du ergänzt sie um echte Substanz, also um eigene Erfahrung, konkrete Beispiele und Antworten auf die Fragen, die Deine Kunden wirklich stellen. Wie Du solche Texte formulierst, ohne ins Schwafeln zu geraten, zeige ich Dir beim SEO-gerechten Schreiben.
Behandeln mehrere dünne Seiten dasselbe Thema, legst Du sie zusammen. Aus drei halbgaren Artikeln wird ein guter, der das Thema vollständig abdeckt. Die alten Adressen leiten danach auf den neuen Beitrag weiter, damit nichts verloren geht.
Bringt eine Seite weder Substanz noch Besucher und lässt sich auch nicht sinnvoll einbauen, darf sie weg. Eine ehrliche Löschung ist besser als eine Seite, die Deine Domain nur beschwert. Auch hier sorgt eine saubere Weiterleitung dafür, dass niemand auf einer Fehlerseite landet.
Fazit
Thin Content ist kein dramatischer Fehler, aber eine stille Bremse für Deine gesamte Webseite. Jede leere Seite zieht ein bisschen vom Vertrauen ab, das Deine guten Seiten verdient hätten.
Geh Deinen Bestand mit klarem Blick durch und entscheide für jede schwache Seite, ob sie Substanz bekommt, mit einer anderen verschmilzt oder verschwindet. Eine kleinere Webseite mit lauter starken Seiten rankt besser als eine große voller Lückenbüßer.